Lesen

Früher las ich viel. Es war eine Art von Flucht vor dem Alltag. Ein Besuch in einer anderen Zeit. Der Zeit des Mittelalterlichen Frankreichs wie in Victor Hugo´s "Der Glöckner von Notre Dame", in die vermeidlich bessere Gesellschaft des Grafen von Monte Christo, in die harte entbehrungsreiche Welt der Wahlfänger, des besessenen Kapitän Ahab, wie sie Herman Melville in Moby Dick beschrieb. Auch in die fantastische Vorstellung vom "Monster" einer Mary Shelly, erschaffen von Victor Frankenstein, welches sich durch seine nur zu menschlichen Bedürfnissen und Gedanken "verständlich" zeigt und dann zum wirklichen Monster wird. Ins Karpatenland, nach England und schließlich wieder nach Transsylvanien wo der Vampir Dracula in Bram Stoker´s Fantasie ein sehr "unübliches" ende findet.

Wie an anderer Stelle gesagt ist mein bevorzugtes Buch " Der Graf von Monte Christo" von Alexander Dumas. Ich glaube am meisten hat mich die Art der Sprache die "gewählte Ausdrucksform" des gesprochenem Wortes fasziniert, nicht minder auch die Handlung welche durch verschiedene "Schicksale" und damit verbunden durch andere Geschichten durchzogen wird. Die Geschichte in der Geschichte wie ich dies gerne bezeichne. In diesem Buch werden eben diese Geschichten in der Geschichte sehr gut eingefügt um dann in der eigentlichen Handlung kaum mehr verzichtbar scheinen. Erwähnt sei hier nur der "Werdegang" des Räubers Luigi Vampa der in der Handlung vom "Gegner" Monte Christo´s zum wichtigen Verbündeten wird. Die Geschichte selbst hat nur ein teilweises happy end.

Heute lese ich kaum noch. Ich habe einige Bücher in den letzten Jahren angefangen doch nur die wenigsten auch zu Ende gelesen. Es mangelt nicht an Zeit eher an "Interesse" und Durchhaltewillen, wenn man so will. Den größten "Auslöser" für diese "Desinteresse"  wird sein das ich mittlerweile der Meinung bin das es egal ist ob man ein Buch nun liest oder es sein lässt. Die Zeit welche man zum lesen benötigt lässt sich auch anders  "totschlagen". Wenn man nun aber ein Buch zu Ende gelesen hat so stellt man zwangsläufig fest das man zwar eine, womöglich, spannende Geschichte erfahren hat sich aber sonst nichts "geändert" hat nur eben das etwas mehr an Zeit vorüber ist.