Frei im Tod?
Ist man im Tod frei?
Einige werden sich jetzt fragen: was soll das? Wir sind doch schon frei! Um dies zu erklären muss ich wohl etwas ausholen.
Wie frei sind wir wirklich? Dürfen wir
tatsächlich tun und lassen was wir wollen, dürfen wir hingehen wo wir wollen?
Jeder Staat, jede Gesellschaft und jede Religion hat ihre eigenen Gesetze,
Vorschriften, Gebote. Ich bin kein Anarchist nur weil ich denke das es zu viele
davon gibt. Einige sind sinnvoll andere weniger und einige vollkommen sinnlos.
Ich bin der Meinung das sich die Gesellschaft, der Staat, zu sehr in mein Leben
eingemischt hat, als das ich sagen könnte ich währe in meinem Leben frei
gewesen. Ich möchte an dieser stelle einen Psychiater zitieren der gegen meinem
Willen bei mir zu Hause in meiner Wohnung eingedrungen war und mir mit der
Polizei drohte falls ich mich nicht freiwillig in die Psychiatrie verschleppen
ließe: Die Gesellschaft, der Staat kann es nicht zu lassen das sich ein Mensch,
Sie, sich selbst umbringt.

Manche Menschen fühlen sich gefangen auch wenn sie körperlich frei sind, sprich wenn sie hingehen können wo sie auch immer hin wollen, wenn sie machen können was sie wollen oder sein lassen was sie wollen.
Doch ist es die Gefangenschaft des Geistes die ich meine. Sich so gefangen zu fühlen ist wohl mit eine der schlimmsten Gefangenschaften die es gibt. Nicht einmal frei in seinen Gedanken sein zu können bedeutet, wahrscheinlich, die Gefangenschaft in einem selbst. Wenn die Gedanken um Tod und sterben sich aufdrängen, sich aufdrängen um zum tausendsten male aufs neue durchdacht zu werden auch wenn man nie zu einem ende kommt. Die Gedanken um die Sinnlosigkeit des eigenen Lebens gesellen sich hinzu und der einzige Ausweg der sich einem aufdrängt ist der Tod.
Die Verlockung scheint groß, frei sein im Tod. Frei zu denken was man will frei zu tun und zu lassen was man will, auch gegen die Gesellschaft und deren Zwänge, Geboten und Gesetzen. Oder frei zu sein zumindest in Gedanken, nicht mehr denken zu müssen was sich einem aufdrängt und wogegen man machtlos ist. Nicht mehr durchhalten zu müssen und sich selbst quälend auf bessere Zeiten zu vertrösten.
Frei im Tode zu sein scheint auf den ersten Blick möglich, ich lebe nicht mehr, bin keinen Zwängen, egal welcher Art, unterworfen und bin somit frei. Doch leider ist das nicht so! Wir werden nach dem sterben nicht mehr sein, zumindest nicht das was einige erhoffen. Der Tod bringt uns keinerlei Freiheit wie wir sie uns erträumen. Der Tod ist das ende der Existenz. Wir werden nach dem sterben nicht mehr sein, nicht mehr als irgendwann eine Inschrift auf einem Grabstein und irgendwann noch nicht einmal mehr das. Wie soll man auch frei sein wenn man nicht mehr existiert, wie etwas genießen wenn man nicht mehr ist.
Den Tod verstehe ich wie einen tiefen traumlosen Schlaf ohne erwachen und so bleibt uns zumindest der Trost das wir im Tode zwar nicht frei sind aber das wir dann zumindest nicht mehr sind.