suicidal dreams
Dream I
Sein Entschluss steht fest. Noch nie war er sich einer Sache so sicher wie
dieser. Sein Kopf war klar wie schon lange nicht mehr, eigentlich konnte er sich
gar nicht mehr erinnern wann er das letzte mal so klar und entschlossen gewesen
ist. Trotzdem rumorte es in seinen Eingeweiden. Sein Körper schien mit dem
vorhaben nicht konform zu gehen er rebellierte gegen die Endscheidung, die
langsam in ihm gereift war, bis er sie endlich umsetzen konnte.
Es war eine kalte und klare Nacht, die Kälte tat gut. Aus der Fernen hatte er
das Gebäude schon oft gesehen. Sehr oft hat er sich diesen Augenblick bereits im
Geiste ausgemalt. Die Treppe die außen am Gebäude hoch führte war, wie
erwartet, kaum gesichert . Die Treppe konnte leicht über das Seitengeländer
betreten werden. Die Ersten Schritte die Treppe hinauf dann die nächsten. Die
Eingeweide rumorten immer mehr, schienen sich gegen das unausweichliche immer
stärker aufzulehnen. Kurz kamen Zweifel in ihm hoch doch der nächste kalte
Windhauch blies sie sofort wieder aus seinem Kopf. Ein paar mal hielt er kurz
inne, um zu verschnaufen, dann war er endlich im obersten Stockwerk angelangt.
Er stieg über das selbe Geländer ins Freie über das er auf die Treppe gelangt
war, nur wahren jetzt 11 Stockwerke dazwischen. Mit einer Hand sich festhaltend
mit einem Fuß noch festen Boden unter sich der Rest seines Körpers taumelte
bereits in der Freiheit. Der kalte Wind lies die Schweißperlen in seinem Gesicht
sich wie Eiskristalle anfühlen. Ein kurzer Moment noch. Er fasste mit der zweiten Hand das
Geländer und stand mit dem Rücken zum Abgrund. Alles wurde so unreal so abartig.
Nichts als die Freiheit hinter sich lies er mit beiden Händen gleichzeitig los.
Er stürzte, mit dem Rücken voran, in die Tiefe deren ende, der Boden man nur
erahnen konnte. Nur noch ein einziger Gedanke schoss durch sein Gehirn , gleich
ja gleich ist es vorüber.
Ein dumpfer Aufprall auf dem harten Asphalt dann war es wirklich und für immer
vorbei.

Dream II
Die Zigarette war schon halb verglimmt. Er wusste das es seine letzte sein
würde, doch auch das war ihm inzwischen auch schon egal. Ein paar Züge noch dann
war es soweit, gierig zog er den Rauch tief in seine Lungen. Mit zitternder Hand
drückte er die Zigarette aus.
Er hatte es von langer Hand geplant, war ins Waffengeschäft gegangen, hatte sich
verschiedene Waffen erklären lassen. Als er die Einläufige Schrotflinte in der
Hand hielt wusste er die soll es sein und keine Andere. Drei Tage Wartezeit so
will es das Gesetzt erklärte ihm der Verkäufer. Die Munition nahm er gleich mit
nach Hause.
Als er die Waffe drei Tage später in der Hand hielt lief ihm ein kalter Schauer
über den Rücken. Diesen Abend soll es soweit sein. Sein Schmerz der ihn quälte
sollte ein für allemal aufhören. Es galt das kranke Gehirn das ihm dieses Leben
zur Qual machte zu vernichten.
Er lud die Waffe genau so wie man es ihm gezeigt hatte. Spannte den Hahn und
schob sich den Lauf in den Mund. Mit den Beinen hielt er den Schaft der Waffe
fest. Er hatte lange Arme und konnte so problemlos den Abzug erreichen. Mit der
linken Hand hielt er den Lauf fest. Seine Hände waren vom Schweiß nass und
zitterten. Noch nie war er sich einer Sache so sicher wie diesmal. Kein Zweifel
konnte seine Entschlossenheit trüben. Mit dem Daumen der rechten Hand berührte
er den Abzug. Langsam drückte er den Abzug bis zum Druckpunkt. Ein kleiner Ruck
noch dann hat alles für immer ein Ende. Er machte diesen Ruck!
Dream III
Er hatte es sich lange überlegt wie er es tun würde. Die verschiedenen Methoden
zur Durchführung seines Vorhabens hatte er immer und immer wieder in seinen
Gedanken durchgespielt. Er hatte sich vor langer Zeit vorgenommen sein Leben
enden zu lassen. Nur wie er es tun würde wusste er bis zu diesem Zeitpunkt noch
nicht. Er hatte lange im Internet suchen müssen bis er endlich fündig geworden
war, bis er gefunden hatte was er zur Durchführung seines Planes brauchte.
Schließlich kam das Bestellte "Besteck" auch tatsächlich mit der Post nach
Hause. Er hatte den Zeitpunkt genau geplant. Er wartete bis er alleine zu Hause,
und somit ungestört, war. Auch dachte er daran das er auf keinen Fall zu früh
gefunden werden durfte. Er verriegelte die Haustüre, setzte sich in seinen
bequemen Schreibtischstuhl. Er packte das bestellte Besteck aus und legte sich
alles griffbereit zurecht. Mit seinem alten Bundesheer Gürtel band er sich den
linken Oberarm ab. Ein paar Minuten später traten seine Venen am Arm deutlich
hervor. Er nahm die Kanüle, die er mit dem passenden Schlauch verbunden hatte,
zur Hand und stach sie in die Venen die am deutlichsten hervor trat. Schon beim
ersten Versuch klappte es. Der Schlauch begann sich, Stück für Stück, Dunkelrot
zu verfärben. Als er den Gürtel abnahm floss das Blut immer schneller. Das Ende
des Schlauches hatte er ganz profan in einen alten Eimer gelegt. Der Boden des
Eimers begann sich mit dem roten Lebenssaft zu bedecken. Zuerst fixierte er die
Nadel dann den Schlauch und schließlich den Arm, mittels Klebeband, an der Lehne
des Stuhles. Mit der freien Hand nahm er eine Zigarette aus der Schachtel und
zündete sie an. Der Boden des Eimers war schon gefüllt. Er wusste das es dauern
würde bis er endlich sterben würde. Doch er wollte es so. Er wollte die
"Stadien" des Sterbens miterleben. Kein Medikament sollte seine Wahrnehmung
trüben keine Kugel sein Gehirn zerfetzen und kein Sturz seinen Schädel
aufplatzen lassen. Er drückte die bis zum Stummel abgebrannte Zigarette aus. Das
Blut floss weiter aus seinen Venen in den Schlauch und dann in den Eimer. Ihm
wurde immer Kälter und er begann ein wenig zu zittern. Eine Leichte Übelkeit
überkam ihm und er wurde zunehmend müder. Die Umgebung wurde immer
undeutlicher, die Konturen begannen zu verschwimmen und es erschien ihm so als
würde sich alles um ihn herum immer weiter entfernen. Endlich konnte er seine
Augen nicht mehr offen halten. Sein Herz schlug immer heftiger, gleichzeitig
wurde seine Atmung immer flacher. Ihm war fürchterlich kalt das und eine tiefe
inner Zufriedenheit war das letzte das er fühlte. Dann endlich verlor er
endgültig das Bewusstsein. Er sollte es nie wieder erlangen.