Beinbruch und Psychiatrie



Die meisten werden sich jetzt fragen was das Eine mit dem Anderen zu tun hat.

Nun der Zusammenhang ist sehr schnell hergestellt und doch so unterschiedlich wie Tag und Nacht.

Zuerst der Zusammenhang:

In der Psychiatrie wird ein "Zusammenbruch" oder eine psychische Erkrankung gerne mit einem Beinbruch verglichen. In gewisser Hinsicht ist dieser Vergleich doch auch ganz passend.

Wie nach einem Beinbruch muss man auch in der Psychiatrie gewisse Dinge die für den "normalen" Menschen alltäglich sind erst wieder lernen. Genau wie bei der Physiotherapie geht das nicht immer ohne "Schmerzen" von statten. Man muss sozusagen das "laufen" wieder "erlernen". Das man wie nach einem Beinbruch nicht gleich wieder Joggen gehen kann sondern erstmals mit einem kleinen Spaziergang wieder anfängt leuchtet wahrscheinlich jedem ein. So Ähnlich ist es auch bei der der Rehabilitation von psychischen "Gebrechen". Man fängt klein an und arbeitet sich dann weiter.

Soweit ist der Vergleich also passend. Doch nun dazu wie es meistens abläuft, quasi der Vergleich zwischen einem "echten" Beinbruch und dem psychischen "Beinbruch"

Du stürzt und brichst dir das Bein. In der Regel läuft dann die "Rettungskette" an. Jemand oder du selber rufst einen Arzt/ die Rettung. Der Arzt macht die Erstversorgung und veranlasst den Transport ins Krankenhaus. Du erhältst ein Schmerzmittel in ausreichender Dosierung und wirst im Krankenhaus je nach Dringlichkeit sofort behandelt. Niemand wird dich mit einem Beinbruch ohne Versorgung wieder nach Hause schicken weil gerade kein Bett frei ist.

Und nun zum psychischen Beinbruch.

Dir geht es seit Wochen immer schlechter und du gehst zum Hausarzt. Mit viel Glück kennt er sich mit psychischen Leiden aus und kann dich behandeln. Wenn er nicht weiter weiß überweist er dich an einen Facharzt sprich Psychiater. Du erfährst das du trotz sehr schlechter "Befindlichkeit" 6-8 Wochen warten musst schließlich bist du ja Kassenpatient.

Dein 1. Termin: Wenn du Glück hast musst du trotz Termin nicht stundenlang warten um dann nicht einmal 5 Minuten mit dem Arzt zu sprechen. Vielleicht hast du ja sehr viel Glück und der Arzt hört dir auch wirklich zu und mit noch mehr Glück bekommst du auch ein passendes Medikament verschrieben welches in ca. 3-4 Wochen eine erste Wirkung zeigt. Womöglich hast du sehr sehr viel Glück und das Medikament wirkt auch wirklich und erweist sich nicht nach 2-3 Monaten als für dich nicht geeignet und du musst mit einem neuen Medikament nochmals von Vorne anfangen. Die Termine bei den meisten Psychiatern liegen für Kassenpatienten ca. 4-8 Wochen auseinander, sollten sich inzwischen starke Nebenwirkungen einstellen ist das dein Bier dein Arzt hat nur maximal 10 Minuten pro Termin für dich Zeit. Mehr zahlt die Krankenkasse nicht.

Womöglich erkennt dein "Arzt" das ein Stationärer Aufenthalt nötig ist. Vielleicht ergeht es dir dann wie jenen alten Mann von dem gerade in der Zeitung zu lesen war. Er wurde vom Arzt in die Psychiatrie eingewiesen wegen Selbstmordgefahr. Leider wirkte er zu fröhlich und da sowieso kein Platz frei war musste er wieder nach Hause gehen. Natürlich ist niemand daran Schuld das der alte Mann nicht mehr am Leben ist, er hat sich umgebracht.

Um die selbe schnelle Behandlung wie bei einem Beinbruch auch als psychisch Kranker zu bekommen empfiehlt es sich fast vom Hochhaus zu springen. Mit viel Glück überlebt man das ganze ist dann wahrscheinlich zwar ein Krüppel und Pflegefall bekommt dann aber wenigstens die "entsprechende schnelle" Behandlung wie ein psychisch Gesunder, zumindest für die unzählig gebrochenen Knochen.