Was tun zur Unterstützung, "Heilung"? Alternativen zu
Psychopharmaka?
Psychopharmaka können helfen, unterstützen, können aber auch sehr
schaden. Manchmal hat man aber keine Wahl sie zu nehmen. Entweder weil die
Einnahme vom Arzt gefordert wird, weil der Krankenstand sonst nicht mehr
bewilligt wird oder weil man dazu gezwungen wird auch unter Androhung oder
tatsächlich zugefügter Gewalt.
Ist man aber in der, meiner Meinung nach, glücklichen Lage selbst entscheiden
zu können ob, wenn ja welche und in welcher Dosis man Psychopharmaka nehmen will
so stellt sich oft die Frage wie gehe ich mit der "Situation" Ohne die Krücke
des Psychopharmakons um bzw wie stehe ich die schwere Zeit durch ohne wieder zum
süchtig machenden "Medikament" zu greifen das womöglich schwerste Nebenwirkungen
und Langzeitschäden verursacht?
Einige "Anregungen" möchte ich dazu geben. Wie gesagt es sind Anregungen die
funktionierten bei mir, zum Teil sehr gut zum Teil weniger gut. Sie müssen nicht
zwangsläufig für jeden taugen, es sind eben "nur" Anregungen" keine allgemein
gültigen Patentrezepte.
Um eine Depressionsbehandlung zu unterstützen kann mann einiges tun. Zuhause
zu sitzen und darauf warten das die "Tablette" anfängt zu wirken wird nur in
seltenen fällen funktionieren.
Allgemeine Dinge die gut helfen sind:
- Ausdauersport, ja nicht jeder, mich eingeschlossen, kann sofort
Kilometerweit joggen. Man fängt klein an, geht eventuell schnell spazieren.
Mit einer kurzen Strecke beginnen, diese immer etwas ausdehnen. Eventuell
auch mehrmals täglich eine kleine "runde" gehen. Hauptsache raus gehen und
nicht zu
Hause "versauern". Wer die Ruhe nicht aushält und sich vor den
eignen Gedanken "fürchtet" nimmt einen mp3 Player mit Musik. Ich weis das es
sehr schwer sein kann aber man sollte es als seine "tagesleistung" ansehen
oder als Ziel täglich einer Stunde spazieren gehen. Übrigens kann es auch
eine "angenehme" Erfahrung werden bei richtigem "Sauwetter" draußen zu sein.
- Eine "Gesunde" Lebensführung. Möglichst auf Nikotin, Alkohol verzichten.
Auf "Drogen" sowieso. Wenig Kaffe ab spätestens 16.00 Uhr keine anregende
Getränke mehr wie Tee, Kaffe oder Energydrinks. Achte auf die Ernährung.
- Einen möglichst "strengen" Schlaf/Wach Rhythmus einhalten. Auch wenn man
die halbe Nacht nicht geschlafen hat Morgens zur selben zeit aufstehen.
Möglichst nicht am Tag schlafen legen. Vor dem Schlafengehen nichts
"Aufregendes" tun wie zb einen "Horrorfilm" schauen. "leichte" Lektüre
lesen, ein Tagebuch führen ( Geheim für sich oder ein öffentliches Blog?)
seine Probleme und Sorgen notieren und sie so "aus den Kopf kriegen". Das
Bett nur Nachts zum schlafen benutzen, nicht Tagsüber reinlegen. Ein
"Schlafritual" einführen. Zb vor dem Schlafengehen etwas lesen, anschließend
Waschen/Duschen dann einen "BaldrianTee" und dann ins Bett. Sich nicht
ärgern wenn man nicht gleich einschlafen kann, nach einiger Zeit nochmals
aufstehen, eventuell noch einen Tee machen etwas durch die Tv Kanäle zappen
sich aber nach einiger Zeit wieder schlafen legen.
- Eine Selbsthilfegruppe ausfindig machen, sich um einen Therapieplatz
bemühen, mit guten Freunden treffen. Aktivitäten setzen, wie Wandern gehen,
Schwimmen gehen, eislaufen gehen, Ausflüge

- Konflikte lösen, Ärger aussprechen auch mal Streiten.
- Sich bewusst "angstmachenden" Situationen Aussetzen, gehe in ein Kaffe,
gehe alleine Einkaufen, besuche eine Veranstaltung oder gehe ins Kino.

- Literatur lesen, sich einen "Brocken" vornehmen den nicht "jeder"
gelesen hat. Lies Psychiatriekritische Bücher oder Webseiten.
- Entdecke neue Beschäftigungen, auch Kleinigkeiten wie Bügelperlen
stecken, Armbänder flächten, Fotografieren oder alte Fotos am Pc bearbeiten
viele Fotomotive findet man beim Spazieren gehen oder Wandern.
- Sei Kreativ, Male, Zeichne, Schreibe
- Lerne, zb eine Sprache, bilde dich "Allgemein" weiter oder über ein
spezielles Thema. Lerne Kochen mache den Haushalt. Informiere dich über
Heilpflanzen, Teemischungen und alternative Heilmethoden.
- Erlene eine Entspannungstechnik wie zb autogenes Training
Zwei sehr wichtige Punkte zum Schluss:
- Ändere Dein Leben /löse dein Problem! Solange du den krankmachenden
Auslöser die Ursache deiner "Depression" deiner Selbstmordgedanken und
Impulse nicht änderst, löst oder verarbeitest wird sich auch an deinem
Empfinden und erleben nicht dauerhaft etwa ändern. Ein krankmachender
Arbeitsplatz zb wird deine Depression weder mit Medikamenten noch mit
Therapie oder sonst etwas abklingen oder heilen lassen solange du an diesem
Arbeitsplatz bleibst.
- Akzeptiere dein Anders sein. Oder besser das du individueller bist
speziell mit Situationen umgehst und ein anderes "Erleben und Empfinden"
hast. Frei nach dem Motto: " Ich bin Verrückt, na und!"
Diese Anregungen kann man auch benutzen um mit der Entzugssymptomatik, die
beim Absetzen von Psychopharmaka auftreten können, besser umzugehen. Sie
können bei depressiven wie auch suizidalen Krisen helfen.